Home » News » Voller Einsatz für den Orang-Utan-, Regenwald- und Klimaschutz
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Im April 2017 berührte ein aussergewöhnlicher Fund Menschen auf der ganzen Welt: Damals wurde Alba, der einzig bekannte Albino-Orang-Utan, gerettet. Ende 2018 erregte Alba erneut das Interesse der Weltpresse. Nach einer längeren Zeit in der Quarantänestation der Borneo-Orangutan Survival (BOS) Foundation in Indonesien kehrte sie zurück in die Freiheit des Regenwaldes von Borneo.  [Bild 1 Alba. Quelle: Björn Vaughn BPI / BOS Schweiz]

Die Zahl der wild lebenden Orang-Utans ist im vergangenen Jahrhundert um fast 90 Prozent gesunken.

Schuld an dieser alarmierenden Entwicklung ist vor allem die Zerstörung ihres Lebensraumes durch Abholzung und Brandrodung. Hinzu kommen der nach wie vor florierende illegale Handel mit Wildtieren und die Wilderei.

Seit 2016 werden die Borneo Orang-Utans deshalb auf der „Roten Liste der Gefährdeten Arten“ als unmittelbar vom Aussterben bedroht geführt. Ob unsere Kinder und Enkelkinder Orang-Utans in freier Wildbahn noch erleben werden, ist ungewiss. Das Aussterben dieser hochintelligenten und äusserst sozialen Geschöpfe wäre eine Katastrophe für die ganze Menschheit – immerhin teilen wir 97 Prozent unseres Erbgutes mit ihnen.

Vielleicht ist es diese enge Verwandtschaft mit uns Menschen oder auch Albas durchdringender Blick, die nebst ihrem besonderen Aussehen so faszinieren. Auf jeden Fall gehört Alba zu den wenigen Glücklichen, die überlebt und es in die Obhut der BOS Foundation geschafft haben.

Orang-Utan-Rettung und -Rehabilitation

In den beiden BOS-Rettungs- und Rehabilitationszentren auf Borneo finden verwaiste, verwundete und traumatisierte Orang-Utans Zuflucht. Vom Baby Haus über den Waldkindergarten bis hin zur Waldschule führt der lange und mühsame Weg der Babys.

Nachdem die Orang-Utans in den BOS-Rettungsstationen liebevoll und sorgfältig auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet wurden, werden sie ausgewildert.

In den letzten 25 Jahren rettete BOS rund 3000 Orang-Utans. Seit 2012 konnten 392 in geschützte Waldgebiete entlassen werden. Mehr als 530 Orang-Utans warten derzeit in den beiden BOS-Rettungsstationen auf ihre Auswilderung. Im Jahr kostet das über zwei Mio. Franken Unterhalt. Auf der ganzen Welt übernehmen oder verschenken Menschen Orang-Utan-Patenschaften und helfen so, die laufenden Kosten zu decken.

Raus aus dem Käfig – Rein in die Wildnis

Klappe auf, Affe raus? So einfach ist es leider nicht. Zunächst müssen die Auswilderungskandidaten die Freiheit „üben“ – auf künstlich angelegten oder natürlichen Flussinseln, nahe oder innerhalb der BOS-Rettungsstationen. Erst wer sich dort bewährt hat, kann den Schritt in die Wildnis wagen.

Fieberhaft baut BOS an weiteren Flussinseln, um dort Orang-Utans auf die Freiheit vorzubereiten. Aber auch, um den vielen kranken, verletzen und nicht auswilderbaren Tieren möglichst zügig ein Leben ausserhalb des Käfigs ermöglichen zu können. Die Vision hinter diesem Ansatz: Zur weltweit einzigen Rettungsstation ohne Käfige zu werden!

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser

An die Auswilderung knüpft das so genannte „Post-Release Monitoring“ an. Implantate erlauben es, die Orang-Utans per Radio-Antenne zu orten und v. a. in den ersten Wochen nach der Auswilderung intensiv zu überwachen. Bis zu drei Jahre kontrolliert und studiert das BOS-Feldteam gemeinsam mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen das Wohlergehen und das Verhalten der ausgewilderten Tiere.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden für zukünftige Auswilderungen genutzt. Ausserdem gilt: Nur wer weiss, welche Tiere die besten Überlebenschancen haben, kann eine optimale Vorbereitung auf die Auswilderung leisten. Zu guter Letzt wird nicht nur das Wohlbefinden der ausgewilderten Tiere kontrolliert, sondern auch die Auswilderungsgebiete selbst. Illegale Aktivitäten können so eher entdeckt werden.

Freiheit hat ihren Preis

Die Kosten einer einzigen Auswilderung liegen bei etwa 10000 Franken. Dieser Betrag beinhaltet die medizinische Vorbereitung des Tieres, die Versorgung der Tiere und des Teams während des oft tagelangen Transportes, die Gehälter der involvierten Tierärzte, Pfleger und Träger, die notwendigen Medikamente, den aufwändigen Transport und die Überwachung nach der Auswilderung.

Regenwaldschutz und Entwicklungszusammenarbeit

Dass die BOS Stiftung ihr eigenes Schutzprogramm unterhält und dabei den kompletten Zyklus von der Rettung bis zur Auswilderung abdeckt, ist aussergewöhnlich, genauso wie der ganzheitliche Ansatz der Organisation: Mit den dörflichen Gemeinschaften nahe der Rettungsstationen und der Schutzgebiete führt BOS Projekte zur nachhaltigen und umweltverträglichen Einkommensgenerierung durch. Auch Vorhaben im Gesundheits- und Bildungsbereich werden unterstützt.

Weltweit und in Indonesien leistet BOS zudem Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit, unterstützt die Rückführung von illegal ins Ausland verschleppten Orang-Utans und verwaltet und überwacht mehrere Schutzgebiete. Abgebrannte oder anderweitig zerstörte Regenwaldgebiete forstet BOS gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung und mit Volontären wieder auf. So auch im Mawas-Gebiet. Dort werden Torfmoorregenwälder renaturiert, die bis zu 40-mal mehr Kohlenstoff speichern, als normale Regenwälder. Für unser Weltklima sind sie von enormer Bedeutung. Ausserdem beheimatet der Wald von Mawas eine der letzten grossen Orang-Utan-Populationen. Die knapp 2500 wilden Orang-Utans dort sind akut von illegalem Holzschlag, Wilderei und Waldbränden bedroht.

Keine Orang-Utans ohne Regenwald und kein Regenwald ohne Orang-Utans! 

Pro Minute werden auf Borneo Regenwaldflächen in der Grössenordnung von zwei Fussballfeldern abgeholzt. Pro Jahr entspricht das der halben Fläche der Schweiz!

Oft muss der Wald grossflächigen Palmölplantagen, dem Strassen- oder Bergbau weichen. Mit dem Wald vernichten wir eine der wichtigsten Lungen unserer Welt. Die letzten sanften Waldmenschen und mit ihnen unzählige andere vom Aussterben bedrohte Arten verlieren ihre Heimat und ihre Nahrung. Unser aller Engagement ist gefragt. Jetzt. Die Orang-Utans und unsere eigenen Kinder und Enkelkinder werden es uns danken.

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